Stadthaus – H93 I

Bauen im Bestand, Interior, Wohnen

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Umbau eines Stadthauses in Köln.

Das zweigeschossige Reihenmittelhaus aus den 1950er Jahren liegt in einem hochverdichteten, urbanen Kontext. Wohnbebauung verschiedener Baujahre sowie Kleingewerbeeinheiten prägen die städtebauliche Umgebung. Als Teil eine Blockrandbebauung verfügt das Gebäude über einen rückwärtigen, allseits verschieden geschossig umschlossenen Innenhof.

Mit einer Raumhöhe von ca. 2.80m verfügt das Projekt HE93 zwar über keine weit überdurchschnittlich große Raumhöhe, jedoch stellt sie einen nicht zu unterschätzenden Mehrwehrt für den Raumeindruck dar.

Da der Bestand eher niedrige, aber breite Fassadenöffnungen aufwies, musste die Bestandsfassade, um eine angemessene Belichtung des Innenraums durch Tageslicht zu gewährleisten, großzügig geöffnet werden. Dem Budget rechnungstragend wurden hierfür die Bestandstürze erhalten und nur die Brüstungen entfernt. Lediglich in den Porenbetonwänden der rückwärtigen Anbauten konnten gänzlich neue Fensteröffnungen aufgrund der statischen Struktur mit vertretbarem Aufwand neu gebrochen werden.

Zentrales und raumprägendes Architekturelement sind jedoch die beiden Treppenläufe in Zusammenspiel mit den Original-Handläufen aus den 1950er Jahren. In Ihrem groben Stahlbetoncharakter bilden sie das zentrale Element des Gesamtprojektes. Im Vergleich zu der Materialität von Gründerzeitbauten weisen die Treppen zwar eine grundlegend andere Anmutung auf, ihre Patina und Authentizität jedoch prägen den Raumeindruck in derselben Weise wie es ein von den Jahren gezeichneter Dielenboden tun würde. In verschiedenen Schritten wurden die unterschiedlichen Treppenbeläge entfernt und ursprüngliche Materialität möglichst freigelegt und konserviert.

Aufbauend auf der zentralen Bedeutung des Treppenbauwerks, leitet sich das Farbkonzept des Gesamtprojektes von dem zufälligen Farbspiel der Betonstruktur ab. Einem nahezu musealen Ansatz folgend ist der gesamte Innenraum in hart weiß gehalten, von den GK-Wänden, über die grobe Betondecke bis hin zum weißen PU-Boden ordnet sich alles der „Treppenskulptur“ unter. Die Fassade hingegen bildet einen deutlichen Kontrast zu dem strahlenden Innenraum, gem. dem Farbspiel der Treppenläufe stellt sie sich in nahezu schwarzem Erscheinen in den dezenten, städtebaulichen Fokus. Der erste Eindruck des Besuchers ist es, nach Eintreten in einer vollständig weißen Umgebung zu sein. Erst beim zweiten Blick wird deutlich, dass sich das Frühkonzept im Treppenlauf im Außenraum des Innenhofs wiederfindet.

 

SzturHärterArchitekten GmbH + Cosmonoid

 

Ort: 

Köln, Deutschland

 

Jahr: 

2011

Client: Privater Bauherr Aufgaben: LP 1- 9 Bauen im Bestand